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Als im Jahre 1830 eine Feuerordnung für den Distrikt Lüneburg erlassen wurde,
waren Freiwillige Feuerwehren im Sinne dieses Wortes noch nicht gegründet worden.
Der Name "Feuerwehr" tauchte zuerst 1847 in Süddeutschland auf. Verheerende Brände der damaligen
Zeit - so z.B. im Mai 1842 in Hamburg, bei dem 75 Straßen und 4219 Gebäude vernichtet wurden -
ließen erkennen, dass die Brandbekämpfung unzureichend war.
Die technische Entwicklung der Feuerspritzen und der Schläuche hatte in der Folge
große Fortschritte gemacht, so dass es möglich wurde, einen Brand wirkungsvoller zu bekämpfen.
Man erkannte den Vorteil einer organisierten Brandbekämpfung in Form einer Löschmannschaft.
Überall in Deutschland fanden sich engagierte Bürger zusammen, die eine Feuerwehr gründeten. In
Hohnstorf sollte es aber noch 50 Jahre dauern.
Im Frühjahr 1880 war es dann soweit: Unter der Leitung des damaligen Gemeindedirektors Pust
stellte die Gemeinde Hohnstorf den Antrag auf Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr.
Nachdem die Statuten erarbeitet und genehmigt waren, unterschrieben am 29. August 1880 84 (!)
männliche Einwohner Hohnstorfs die Statuten. Aktiv wurden davon 62 Mann, die im Monat 10 Pfennig
Beitrag leisteten.
Zum ersten Feuerwehrhauptmann wurde der Gasthofbesitzer Ernst Basedow gewählt.
Bald nach der Gründung wurde die Wehr zu ihrem ersten Einsatz nach Artlenburg gerufen (per Horn
alarmiert). Obwohl die Feuerspritze noch nicht geliefert war, eilte man zur Brandstelle, um bei
den anderen Wehren zuzusehen und zu lernen.
Noch im Jahre 1880 bekam die Wehr eine neue Handdruckspritze. In der Dorfchronik des Lehrers
Ahlswede ist zu lesen, dass sie von guter Qualität war und von der Wehr wie ein Kind gehegt und
gepflegt wurde. Dies führte u.a. dazu, dass sie auch nach 50 Jahren noch voll einsatzfähig war
und keine ledernen Dichtringe benötigte.
Die Gemeinde stellte der Wehr bei der Gründung einen Betrag von 3.600,-- Mark für die Anschaffung
einer Spritze, von Uniformen und Ausrüstungsstücken zur Verfügung. Die Anschaffungen wurden für
3.584,20 Mark getätigt. Allein die Handdruckspritze kostete 1.200,-- Mark.
Den ersten Einsatz mit der neuen Spritze machte die Wehr am 16. März 1881 wiederum im Artlenburg.
Leider konnten auch die Hohnstorfer nicht verhindern, dass das Anwesen des Gastwirts Draack vollständig
eingeäschert wurde.
Am 19. November 1881 ereignete sich der erste größere Brand in Hohnstorf nach Gründung der Feuerwehr.
Man berichtet, dass die Hohnstorfer Wehr rasch zur Stelle war und es ihr gelang, ein benachbartes
Strohdachgebäude hinreichend zu schützen.
Im September 1930 bekam die Hohnstorf Wehr eine Motorspritze (Fabrikat Flader). Von dieser Spritze
gab es nur 4 Stück im gesamten Kreis Lüneburg
Die Wehr versah auch immer pflichtbewußt ihren Dienst. Neben kleinen Übungen und Schulungen -
u.a. vom Lehrer Ahlswede und anderen- gab es mindestens 4 Gesamtwehrdienste im Jahr. Ein besonderes
Lob, das der damalige langjährige Feuerwehrhauptmann Otto Diercks diesbezüglich vom Kreisbrandmeister
erhielt, gab er in kameradschaftlicher Weise an seine Feuerwehrkameraden weiter.
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Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1930 anläßlich des 50jährigen
Bestehens
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Für das Fehlen bei den Übungs-Diensten wurde ein Strafgeld erhoben. Da während der Inflationszeit
die Geldentwertung rapide zunahm, kam man auf die schlaue Idee, das Strafgeld auf den Betrag
festzulegen, den ein Glas Rum-Grog am gleichen Tage beim Vereinswirt G. Lüchau kostete.
Zum 40-jährigen Dienstjubiläum des Mitbegründers der Wehr, Kamerad Hauptfleisch, wurden 3710 Mark
gesammelt. Das reichte gerade zum Kauf einer Flasche Rum und ein wenig Kautabak.
Aus Anlass des 75- jährigen Bestehens im Jahre 1955 richtete die Freiwillige Feuerwehr Hohnstorf
den Kreisfeuerwehrtag aus.
Freudige Ereignisse in der Hohnstorfer Feuerwehr waren u.a.:
1880 - Die Anschaffung der ersten Geräte
1930 - Erste Motorspritze und Gründung der Musikkapelle
1949 - Die Aufstellung einer ersten Wettkampfgruppe
1956 - Die Gründung eines Spielmannzuges
1972 - Die Übergabe des Mehrzweckbootes
1975 - Das neue LF 8/s ist da
1977 - Die Gründung der Jugendfeuerwehr
1980 - Das 100-jährige Bestehen mit Kreisfeuerwehrtag
1986 - Der Anbau wird vollendet
1987 - Übergabe des TLF 16-T
1996 - Kauf eines MTW
2004 - Übergabe des neuen LF20/16
2005 - 125 Jahr-Feier FFw Hohnstorf/Elbe
2007 - Gründung einer Kinderfeuerwehr
2009 - Kauf eines neuen MTW
In den letzten 20 Jahren hat sich in unserem Dorf und natürlich auch in der Feuerwehr
eine Menge getan.
So baute man an das Gerätehaus einen großen Schulungsraum mit Teeküche an, der den gestiegenen
Ansprüchen gerecht wurde. Hier zeigte sich auch die gute Einsatzbereitschaft und Kameradschaft
der Feuerwehrleute: Viele Stunden Eigenleistung flossen in den Anbau, so dass die Kosten relativ
gering gehalten werden konnten.
Die Zahl der Einsätze liegt bei 25-30 Einsätzen pro Jahr. Hier spielen Feuer heute nur noch eine
untergeordnete Rolle. Vielmehr sind es die sog. technischen Hilfeleistungen, die in den letzten
Jahren den Einsatzschwerpunkt bilden: Unfälle im Straßenverkehr oder auch auf dem Wasser, Bekämpfung
von Umweltschäden (z.B. Gewässerschutz) und andere Hilfeleistungen sind das "tägliche"
Brot der Feuerwehr Hohnstorf. Auch am Dorfleben nimmt man aktiv teil und unterstützt tatkräftig
andere Vereine oder die Gemeinde, wenn man gerufen wird.
Und auch die Emanzipation hat die Hohnstorfer Feuerwehr glücklicherweise recht frühzeitig erreicht:
Frauen in der Wehr sind schon seit langer Zeit in Hohnstorf Normalität und auch sehr wichtig.
Da viele Kameraden auswärts ihrer Arbeit nachgehen, kann man gar nicht genug ausgebildete
Feuerwehrleute im Dorf haben. Und da spielt es nun wahrlich keine Rolle, ob Mann oder Frau:
Hauptsache, es wird schnell und effektiv geholfen!
Die Freiwillige Feuerwehr Hohnstorf hat im Jahre 2010 54 Aktive, 21 Alterskameraden, 21 Mitglieder der Jugendfeuerwehr, 20 Kinder in der Kinderfeuerwehr und 116 Fördernde Mitglieder.
Sie hatte seit ihrer Gründung 12 Ortsbrandmeister:
1880 - 1886 Ernst Basedow
1886 - 1908 Peter Diercks
1908 - 1913 Johann Burmester
1913 - 1922 Johann Mahnke
1922 - 1946 Otto Diercks
1946 - 1953 Johannes Diercks sen.
1953 - 1960 Heinrich Schütte
1960 - 1966 Paul Willi Fricke
1966 - 1984 Johannes Diercks
1984 - 1995 Hermann Ohltmann
1995 - 2007 Egon Schnaar jun.
seit 2007 Rainer Maschmann
Die Feuerwehren der Samtgemeinde wurden lange Jahre von den jetzigen Ehrengemeindebrandmeistern Egon Ojowski und Hermann Ohltmann geleitet.Im Frühjahr 2007 trat der ehemalige Ortsbrandmeister Egon Schnaar dieses Amt an, mußte es aber aus gesundheitlichen Gründen kurze Zeit später wieder niederlegen.
Auch auf Samt- und Kreisebene sind viele Hohnstorfer Kameraden in unterschiedlichen Funktionen (u.a. als Kreisausbilder, Samtgemeindeatemschutzwart, stv. Kreispressewart, Flugbeobachter) tätig.
Die Freiwillige Feuerwehr Hohnstorf / Elbe hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Leben von Menschen zu
retten und des Nächsten Hab und Gut zu schützen, unter dem Wahlspruch:
"Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr!"
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